Was genau ist eigentlich Teiletherapie?

DIe Methode des Inneren Familiensystems (IFS)

 

Wer kennt das nicht, wenn Menschen über Dinge sprechen, die sie noch nicht so recht entscheiden können. Zum Beispiel, ob sie nun den Kauf einer bestimmten Sache tätigen oder nicht, einen Job annehmen wollen oder nicht, ihre Beziehung beenden oder noch einmal etwas dafür unternehmen sollen, etc. Dabei werden die Vor- und Nachteile, die Wünsche und Bedenken, die Vernunft und die Sehnsüchte gegeneinander abgewogen. Und mitunter hört man diese Menschen oder sich selber sagen:

“Ein Teil von mir…”

und “ein anderer Teil von mir…”.
Man kann das auch wörtlich nehmen und die Teile mal sprechen lassen, sie befragen, ihnen im Raum oder auf dem Papier einen Platz oder Form geben.

Ist das schon “krank” oder…?

“Moment,” wird da die eine oder der andere sagen, “das klingt ganz schön verrückt!” - und: “Ich bin doch nicht verrückt!?” - und: “Ich habe doch keine multiple Persönlichkeitsstörung!!!”. Besonders wenn dann noch von inneren Stimmen gesprochen wird, denken einige an Psychosen, bei denen das Hören von Stimmen zum Krankheitsbild gehören kann.

…ganz normal!

Jede:r kennt die Metapher von Engelchen und Teufelchen, die auf der jeweilgen Schulter sitzend, einflüsternd versuchen ihre Position “durchzusetzen”: Apfel oder Schokolade, Spaziergang oder Couch, Dusche oder Vollbad; die Fortsetzung der Liste überlasse ich Dir…
Und da finden sich beim Erforschen noch viele Teile mehr.

Beschützer, Verletzte und das Selbst

Diese drei Begriffe bilden das System in einer vereinfachten Form ab. Die beschützenden Teile sind noch einmal in zwei Fraktionen aufgeteilt, die Manager und die Feuerbekämpfer. Sie sorgen dafür, dass verletzte Teile, die auch Vebannte (im englischen Original Exiles) genannt werden, im Exil verbannt bleiben. Konkret bedeutet das, dass der Schmerz, die Verletzungen, die Lasten, die die belasteten Verbannten tragen, nicht gefühlt werden müssen.

Dabei sind die Glaubenssätze:

  • der Verbannten: Vergiss mich nicht!

  • der Manager: Nie wieder!

  • der Feuerbekämpfer: Mit allen Mitteln!

Das Selbst (zur besseren Unterscheidung auch manchmal groß geschrieben: SELBST) ist der unverletzte und unverletzbare Kern jeder Person.
Das Selbst zeichnet sich durch die Qualitäten von Mitgefühl, Neugierde, Gelassenheit, Verbundenheit, Vertrauen, Klarheit, Kreativität und Mut aus.
Im Englischen sind das die 8 Cs, da diese Qualitäten mit einem C beginnen:

  • Courage

  • Clarity

  • Confidence

  • Compassion

  • Curiosity

  • Calm

  • Creativity

  • Connectedness

Alle Teile sind willkommen!

Das ist das Credo des Modells der Systemischen Therapie mit der Inneren Familie (Internal Family Systems-IFS).

Wer mehr dazu erfahren möchte, kann unter diesem Titel einen vertieften Einblick in das Modell bekommen.

  • Darstellung des Modells

  • Übungen zum Kennenlernen eigener Teile

  • SELBST-Wahrnehmung

  • evtl. eine Demonstration zur Erforschung des Inneren Systems

In einem sechsteiligen Selbsterforschungskurs, der in zweistündigen Abenden in einer festen Gruppe stattfindet, wird es die Möglichkeit zu einer Erforschung in einer vertrauensvollen Atmosphäre geben.